
Sammlung von Praxisbeispielen diverser KI-Halluzinationen
Bei dem Prompt: »Wie viele Beziehungen hat Musk zu X, zähle alle auf, getrennt durch Kommata.« wird am 21. April 2025 als dritter Schritt erstaunliches berichtet. Hier wird ein Muster auffällig, das generierte Texte absurd wirken lässt.
Die Beziehungen von Elon Musk zu »X« umfassen: X.com (eine Online-Bank, die später zu PayPal wurde), SpaceX (sein Raumfahrtunternehmen), Tesla, Inc. (das Unternehmen, das für innovative Produkte steht, ähnlich wie X), X Prize Foundation (eine Organisation, die Innovationen fördert, ähnlich dem Geist von X). Anmerkung: Daten-Cutoff liegt im Oktober 2023
Der Hinweis auf X (ehemals Twitter) fehlt: Im allgemeinen Sprachgebrauch wird häufig nicht zwischen der Domain, der Marke und der Firma, also dem Namen, unter dem ein Kaufmann seine Geschäfte betreibt und die Unterschrift abgibt (§ 17 Abs. 1 HGB), unterschieden.
Das verwirrt das Sprachmodell ersichtlich. Die Trennung zwischen X.com, X Corp. und x.com. Erschwerend kommt hinzu, dass die Domain x.com unterschiedliche Eigentümer hatte und zudem als Domain für unterschiedliche Firmen genutzt wurde.
Folgendes Praxisbeispiel als Beitrag auf StartUpWissen zeigt, wie halluzinierende Texte, die auf den ersten Anblick gut recherchiert wirken, etwa X.com, dennoch kafkaesk wirken: Was bietet die Jahrzehnte alte, seltsame Firma von Elon Musk an?
»Seit über 20 Jahren ist Elon Musk der „Boss“ von X.com – und irgendwie auch nicht. Das steckt hinter der mysteriösen Company.«
JK Media Consulting aus Mainz.

Wie könnten diese KI-Halluzinationen verhindert werden?
In dem oben genannten Beispiel hätte man die Identitäten klar im Prompt benennen müssen.
Wie steht der Unternehmer Musk zu der Marke, Domain, Firma, seinen Sohn und dem Buchstaben von X. Ordne dies je historisch ein.
Genau diese Trennung im Prompt, lässt das Modell differenziert antworten. Hier die Ausgabe des Modells.
Elon Musk hat über die Jahre hinweg einen klaren Bezug zu verschiedenen Aspekten des Begriffs »X« entwickelt, wobei jeder dieser Begriffe unterschiedliche historische Konnotationen hat:
Firma vor PayPal (X.com): Musk gründete X.com im Jahr 1999 als Online-Zahlungsdienst. Dieses Unternehmen wurde später Teil von PayPal. X.com repräsentierte Musks frühes Engagement im Bereich der Online-Finanzdienstleistungen und stand für Innovation. Musk sah in X.com die Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs, was sich in der späteren Entwicklung von PayPal widerspiegelte. X.com repräsentiert Musks frühe Vision im Zahlungsverkehr.
Marke (PayPal und später X): Nachdem X.com mit Confinity fusionierte, wurde die Marke PayPal etabliert. Diese Marke wurde schnell zum Synonym für Online-Zahlungen. Musk selbst hatte eine ambivalente Beziehung zu PayPal, da er das Unternehmen verließ, bevor es an die Börse ging, aber sein Einfluss auf die Gründung und den frühen Erfolg bleibt bedeutsam.
Domain (X.com): Die Domain X.com wurde von Musk als vielversprechende Internetadresse gewählt, da der Buchstabe »X« für Unendlichkeit und Möglichkeiten steht. Musk sicherte sich die Domain für zukünftige Projekte, was zeigt, dass er die Bedeutung einer starken Online-Präsenz bereits früh erkannte. Er erwarb die Domain 2017 zurück und plant, sie für neuere Unternehmungen zu nutzen, beginnend mit der Neupositionierung seiner Plattform Twitter als »X«.
Marke X (aktuelle Markenpolitik): In den letzten Jahren zeigte Musk seine Vorliebe für den Buchstaben »X«, indem er ihn in verschiedene Unternehmungen integrierte, einschließlich SpaceX und Neuralink. Musks Nutzung des Buchstabens »X« symbolisiert sowohl Innovation als auch eine futuristische Vision, die sich durch seine Marken und Unternehmen zieht. Dies wurde besonders evident, als Twitter im Jahr 2023 zu »X« umbenannt wurde, was seine tiefere Verbindung zu diesem Symbol unterstreicht.
Sohn: Der Name seines Sohnes, X Æ A-Xii, verdeutlicht Musks Engagement für Kreativität und Individualität. Die Wahl des Namens ist ein Statement, dass er traditionelle Normen in Frage stellt und neue Wege gehen möchte.
Buchstabe: Der Buchstabe „X“ hat für Musk eine besondere Bedeutung. Er symbolisiert Unbekanntes, Möglichkeiten und Innovation. Dies zeigt sich in seinen anderen Projekten, die oft mit „X“ beginnen, wie SpaceX.
Das explizite Benennen der Begriffsdimensionen, Identitäten und genauer gesagt Entitäten können Sie über meinen Generator für KI-Texte selbst testen.
Praxisbeispiel: Fragen nach Fiktivem
Noch offensichtlicher wird die Halluzination, wenn man explizit nach fiktiven Dingen fragt. Hier wird meist die Existenz überhaupt nicht infrage gestellt.
Schreibe eine Pflegeanleitung zu der Hängepflanze Kaukasus-Palmen in einem Absatz.
Das Modell sagt: »Die Kaukasus-Palme, auch bekannt als Trachycarpus fortunei oder Hanfpalme, ist eine pflegeleichte, robuste Hängepflanze, die helle, aber nicht direkte Sonnenplätze bevorzugt. Ideal ist ein Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit und guter Belüftung – zum Beispiel im Badezimmer oder nahe einem Ost- oder Westfenster. Gegossen wird regelmäßig, wobei Staunässe unbedingt zu vermeiden ist; die Erde sollte zwischen den Wassergaben leicht antrocknen. Während der Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer empfiehlt sich eine monatliche Düngung mit Grünpflanzendünger. Im Winter darf die Gießmenge reduziert werden. Gelegentliches Abbrausen der Blätter entfernt Staub und beugt Schädlingen vor.«
Man sieht deutlich, dass das Modell sein Wissen der Hanfpalme überträgt. Eine der bekanntesten Palmen, die auch im deutschen Witterungsbereich für den Außenbereich genutzt werden können.
Die KI-Antwort von Bing erzeugt bei der Frage nach dem aktiven Claude Modell im Jahr 2024 folgende Fehlauskunft.

Praxisbeispiel: Homonym
Wörter werden als Homonym bezeichnet, wenn sie die gleiche Schreibweise haben, aber unterschiedliche Bedeutung, z. B. die Erde für Blumen und die Erde auf der wir leben. »Wo kann ich die Erde kaufen?« Das Modell Sonnet antwortete im April 2025: »Die Erde als solche kann nicht wirklich »gekauft« werden, zumindest nicht im üblichen Sinne.«
Ich stelle im Juli 2026 die Frage an das Modell Opus 4.8 und erhalte die Option, „die Erde“ zu kaufen. Möglicherweise haben die Modelle nun einen stärkeren Fokus, Angebote zu unterbreiten.

Praxisbeispiel: Geringe Spezifikation
Angenommen, man möchte etwas errechnen, vereinfacht z. B. wie lange Wäsche zum Wachen benötigt.
Dieses Beispiel stammt von dem sehr empfehlenswerten Vortrag von Léon Bottou.
Prompt: Angenommen, ein Pullover benötigt 5 Stunden zum Waschen. Eine Socke benötigt 1 Stunde zum Waschen. Wie viele Stunden benötigen 2 Pullover und 5 Socken?
Output: Wenn ein Pullover 5 Stunden zum Waschen benötigt und eine Socke 1 Stunde, dann berechnet man die Gesamtzeit so:
- 2 Pullover × 5 Stunden = 10 Stunden
- 5 Socken × 1 Stunde = 5 Stunden
Gesamtdauer: 10 + 5 = 15 Stunden
Antwort: 15 Stunden werden benötigt, um 2 Pullover und 5 Socken zu waschen.
Als Mensch erkennt man, dass die Aufgabe nicht klar spezifiziert ist. Die Rechnung ist korrekt, sofern man die Kleidung manuell und separat per Hand wäscht. Wenn man eine Waschmaschine hat, könnte man die Kleidung zusammen waschen und die Waschzeit wäre nur durch die Dauer des Kleidungsstücks gegeben, das die längste Waschzeit hat.
Nach Annahmen fragen
Man kann danach fragen: »Was waren deine Annahmen?«. Folgende Antwort zeigt den Grund der Rechnung:
- Die Waschzeiten addieren sich linear: Ich bin davon ausgegangen, dass jeder Gegenstand einzeln und nacheinander gewaschen wird – also kein gleichzeitiges Waschen in einer Waschmaschine o. Ä.
- Keine Parallelarbeit: Es gibt keine Möglichkeit, mehrere Kleidungsstücke gleichzeitig zu waschen. Jeder Pullover oder jede Socke wird separat in einem eigenen Waschgang behandelt.
- Annahme 3: Waschzeit ist unabhängig vom Kontext: Ein Pullover braucht immer 5 Stunden, egal ob er alleine oder mit anderen Teilen gewaschen wird. Genauso gilt das für die Socke mit 1 Stunde. Keine Synergieeffekte wie bei einer echten Waschmaschine.
